Ernährungsmedizinische Schwerpunkte
Zu den häufigsten Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes gehören:
- Sodbrennen und Reflux
- Verstopfung und Diarrhoe
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
- Magengeschwüre
- Reizdarmsyndrom
- chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Divertikelerkrankung des Darms
Erkrankungen von Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse (z. B. Fettleber, Gallensteine)
- Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
Wir unterstützen Sie gerne bei Fragen rund um die Ernährung bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes.
Verschiedene Erkrankungen können eine Operation am Magen-Darm-Trakt notwendig machen, bei der wichtige Verdauungsorgane wie Speiseröhre, Magen, Dünn- oder Dickdarm oder die Bauchspeicheldrüse entfernt oder verändert werden.
Durch die veränderte Verdauung können Probleme wie Gewichtsverlust, Durchfall, Fettverdauungsstörungen, Mangelernährungen oder in manchen Fällen eine Insulinpflicht entstehen.
Eine individuelle Ernährungsberatung zeigt, welche Nahrungsmittel gut verträglich sind und wie die Ernährung Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden kann.
Wir unterstützen Sie kompetent und einfühlsam bei allen Fragen rund um die Ernährung nach Operationen des Verdauungstrakts.
Ein dauerhaft hohes Körpergewicht mit hohem Körperfettanteil erhöht das Risiko für unterschiedliche Gesundheitsprobleme wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Fettleber, Gelenkprobleme und einige Krebsarten. Ein Lebenstil mit überkalorischer Ernährung und Bewegungsmangel sind in erster Linie für Übergewicht (BMI 25 – 29,9 kg/m2) und Adipositas (BMI > 30 kg/m2) verantwortlich.
Der Body-Mass-Index (BMI) dient als grober Richtwert zur Einordnung des Körpergewichts, sowie das damit verbundene gesundheitliche Risiko. Er ist der Quotient aus Körpergewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m²).
BMI (kg/m²)
< 18,5
18,5 – 24,9
25 – 29,9
30 – 34,9
35 – 39,9
≥ 40
Gewichtskategorie
Untergewicht
Normalgewicht
Übergewicht (Präadipositas)
Adipositas Grad I
Adipositas Grad II
Adipositas Grad III
Gesundheitsrisiko
leicht erhöht
erhöht
hoch
sehr hoch
Wir begleiten Sie dabei, eine energiereduzierte und nährstoffreiche Ernährung umzusetzen, um Ihr Gewicht zu reduzieren und langfristig zu stabilisieren.
Für Menschen mit Adipositas (BMI > 30 kg/m2), die langfristig keine Gewichtsabnahme durch Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens erreichen konnten, kann eine Operation in Frage kommen. Bei einer sogenannten bariatrischen Operation wird der Magen-Darm-Trakt verändert, um das Magenvolumen und die Nahrungsaufnahme zu verkleinern. Hierbei gibt es verschiedene Operationsverfahren. Für Patienten bedeutet dies eine gravierende Änderung der bisherigen Ess- und Trinkgewohnheiten insbesondere im Hinblick auf die Portionsgrößen.
Für eine nachhaltige Gewichtsabnahme, eine bedarfsgerechte Versorgung mit wichtigen Makro- und Mikronährstoffen und die Vermeidung möglicher postoperativer Komplikationen ist eine intensive Betreuung empfehlenswert.
Wir begleiten Sie gerne bei einer Ernährungsumstellung vor und nach einer bariatrischen Operation.
Zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen zählen:
- Diabetes mellitus
- erhöhte Blutfette (Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie)
- Gicht
- Funktionsstörungen der Schilddrüse (Unter- oder Überfunktion)
Gerne helfen wir Ihnen durch eine Umstellung der Ernährung und Optimierung des Lebensstils einen positiven Einfluss auf Ihre Erkrankung zu nehmen.
Herzerkrankungen zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und werden maßgeblich durch Ernährung und Lebensstil beeinflusst. Eine gezielte ernährungsmedizinische Betreuung kann den Krankheitsverlauf positiv unterstützen und das Risiko für Folgeerkrankungen senken.
Typische Herzerkrankungen sind unter anderem die koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sowie Herzklappenerkrankungen. Eine individuell angepasste Ernährung hilft, Blutdruck, Blutfette und Körpergewicht zu regulieren und das Herz langfristig zu entlasten.
Unser ernährungsmedizinisches Angebot begleitet Sie fachkundig und praxisnah – abgestimmt auf Ihre Erkrankung, Ihre Lebenssituation und Ihre persönlichen Bedürfnisse.
Bestimmte Lebensmittel bzw. -bestandteile können Unverträglichkeiten oder Allergien auslösen. Sie zeigen sich durch körperliche Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, wie bspw. Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfungen und Durchfälle. Auch außerhalb des Verdauungstraktes können Syptome wie Hautreaktionen und Kopfschmerzen auftreten.
Erst nach einer eindeutigen Diagnose einer Nahrungsmittelallergie bzw. -unverträglichkeit kann eine Ernährungstherapie erfolgen. Zur Diagnose eignen sich Verfahren wie Bluttest (IgE), Pricktest, Doppelblindprovokation oder H2- Atemtest.
Da Eliminationsdiäten (Auslassdiäten) ein Risiko für Mangelernährung darstellen, muss auf eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung besonders geachtet werden. Eine gute Diagnostik sowie eine professionelle Ernährungsberatung mit ggf. medikamentösen Maßnahmen sind unabdingbar, um einen optimalen Therapieerfolg sicherzustellen.
Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren Fragen zu einer bedarfsgerechten Ernährung.
Bei Nierenerkrankungen ist die Einhaltung einer ausgewogenen und bedarfsorientierten Ernährung von großer Wichtigkeit und kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
Die Eiweißzufuhr kann je nach Stadium der Nierenerkrankung eine Einschränkung beinhalten. Hierdurch kann die Nierenfunktion positiv beeinflusst, sowie die Menge schädlicher Substanzen wie Harnsäure, Harnstoff oder Kreatinin im Blut reduziert werden.
Die Flüssigkeitszufuhr sowie die Aufnahme wichtiger Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Phosphat spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Soweit eine normale Ausscheidung von Urin möglich ist, muss keine Einschränkung der Flüssigkeitsmenge erfolgen. Die Zufuhr von Natrium, Kalium und Phosphat soll moderat gehalten werden.
Das Ziel ist eine stetige Anpassung der Ernährung, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und eine Verschlechterung des Ernährungszustandes zu vermeiden.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Umsetzung einer angepassten Ernährung.
Eine Krebserkrankung kann das Leben von Betroffenen stark beeinträchtigen.
Aufgrund von Stoffwechselveränderungen und einem teils stark erhöhten Energiebedarf kommt es häufig zu einem ungewollten Gewichtsverlust und einer Mangelernährung. Auch Nebenwirkungen der Krebstherapien wie Durchfall, Appetitlosigkeit, Geschmacksveränderungen, Übelkeit, Erbrechen oder Mundtrockenheit können die Nahrungsaufnahme stark beeinträchtigen. Unseriöse Ernährungsempfehlungen aus Internet und Literatur können die Entstehung einer Mangelernährung zusätzlich begünstigen.“
Wir wollen Sie in dieser schwierigen Phase Ihres Lebens gerne tatkräftig unterstützen und Ihnen helfen, eine geeignete Ernährung für sich zu finden, um die Lebensqualität zu erhalten bzw. zu steigern.
Termine
Nach einer Transplantation mit entsprechender Einnahme von Immunsuppressiva können diverse Umweltkeime bei einer geschwächten körperlichen Abwehr teilweise lebenbedrohliche Infektionen hervorrufen.
Ziel ist es, ein mögliches zusätzliches Infektionsrisiko über die Ernährung zu minimieren.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Durchführung einer keimreduzierten, ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährung im Alltag.
Unter dem Begriff Mangelernährung werden häufig verschiedene Begriffe wie Unterernährung und Kachexie zusammengefasst. Bei einer Mangelernährung kommt es zu einem ungewollten Gewichtsverlust mit Abbau von Fett- und Muskelmasse.
Eine Unter- und Mangelernährung findet sich am häufigsten bei älteren und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Bauchspeicheldrüsen- und Darmerkrankungen, Leberzirrhose, Tumorerkrankungen, operative Resektionen von Magen oder Darm, etc..
Gerne unterstützen wir Sie bei allgemeinen Fragen zu einer bedarfsgerechten Ernährung mit ausreichender Energie- und Nährstoffzufuhr zur Verbesserung des Ernährungszustandes.
Zu den chronisch-entzündlichen Erkrankungen zählen u.a.:
- rheumatoide Arthritis
- Multiple Sklerose
- Psoriasis
- Sklerodermie
Diesen Erkrankungen liegt eine fehlgesteuerte Reaktion des Immunsystems zu Grunde, bei der die körpereigene Abwehr gesundes Gewebe als gefährlich erkennt und angreift (Autoimmunerkrankung). In Folge kommt es zu entzündungsbedingten Schädigungen an Organen, Nerven oder Gewebe.
Dieses komplexe Entzündungsgeschehen kann ernährungstherapeutisch mittels einer Modifikation der Ernährung, insbesondere der Fettauswahl, positiv beeinflusst werden.
Wir helfen Ihnen gerne bei der Umsetzung einer vollwertigen Ernährung und der Auswahl geeigneter Nahrungsfette, um die Entzündungreaktionen zu hemmen.
Eine bedarfsgerechte Ernährung ist für ältere Menschen eine wichtige Vorraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Sowohl ein Nährstoffmangel als auch eine übermäßige Ernährung führen früher oder später zu funktionellen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Viele ältere Menschen leiden häufig gleichzeitig an mehreren Erkrankungen, die durch die Ernährung positiv beeinflusst werden können (z.B. Bluthochdruck, Herz- und Kreislauferkrankungen, Nierenversagen).
Gerne unterstützen wir Sie bei allgemeinen Fragen zu einer bedarfsgerechten Ernährung, aber auch zu Mangelernährung, Osteoporose, Sarkopenie oder Adipositas im Alter.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit an Ernährungsvorträge im Rahmen des geriatrischen Therapieprogrammes in der Tagesklinik der LMU sowie des Präventionsprogrammes zur Demenz teilzunehmen (siehe "Veranstaltungen").
Mukoviszidose
Mukoviszidose, auch unter dem Begriff Cystische Fibrose (CF) bekannt, ist eine angeborene schwere Stoffwechselerkrankung. Aufgrund bestimmter Gendefekte, die den Salzhaushalt beeinflussen, entsteht bei den Betroffenen ein zäher Schleim, der die Funktion vieler Organe beeinflusst. Besonders problematisch neben Funktionseinschränkungen der Bauchspeicheldrüse, Leber, Fortpflanzungsorgane und Darm sind die auftretenden Lungenschäden und damit verbundenen Komplikationen.
Im Verlauf der Erkrankung, bei der sich die Stoffwechselfunktionen immer weiter verschlechtern, kommt es zu Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Untergewicht, da die Nahrung nicht richtig verarbeitet werden kann.
Im Erwachsenenalter können zudem Leberprobleme, Diabetes mellitus, Osteoporose, Pankreatitiden sowie ein weiterer Gewichtsverlust in den Vordergrund rücken, begleitet von Mikronährstoffdefiziten von essentiellen Fettsäuren, fettlöslichen Vitaminen, Mineralstoffen sowie Spurenelementen.
Gerne unterstützen wir Sie bei allgemeinen Fragen zu einer bedarfsgerechten Ernährung sowie bei ernährungsrelevanten Fragen zur Pankreasenzymeinnahme, Diabetes mellitus und Lebererkrankungen.
HINWEIS! Die Ernährungstherapie bei Mukoviszidose kann als Heilmittel über die Krankenkassen abgerechnet werden.
Infos, Kontakte
Phenylketonurie (PKU)
Zur Vermeidung hoher Phe-Werte ist eine "lebenslange Diät" mit ausreichender Energiezufuhr, Eiweißreduktion, Phenylalaninberechnung und Zugabe von phenylalaninfreien Aminosäuremischungen notwendig.
Zur Gewährleistung einer weiterhin hohen Lebensqualität und Ausbleiben von Symptomen unterstützen wir Sie gerne bei der Umsetzung der Ernährung.
HINWEIS! Die Ernährungstherapie bei PKU kann als Heilmittel über die Krankenkassen abgerechnet werden.
Infos, Kontakte
Die mentale Gesundheit steht in engem Zusammenhang mit Ernährung, Stoffwechsel und Darmgesundheit.
Psychische Erkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen und Burn-out können das Essverhalten ungünstig verändern und zur Entstehung von Stoffwechselerkrankungen (Adipositas, Diabetes mellitus) oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.
Eine ausgewogene, individuell abgestimmte Ernährung kann das psychische Wohlbefinden fördern.
Wir unterstützen gerne mit einer gezielten ernährungsmedizinischen Betreuung, um das seelische Gleichgewicht zu stärken und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
Die medizinische Ernährung ist ein zentraler Bestandteil der Therapie bei akuten und chronischen Erkrankungen. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine bedarfsgerechte Ernährung über die normale Nahrungsaufnahme nicht ausreichend möglich ist oder gezielt ergänzt werden muss.
Je nach medizinischer Indikation umfasst sie enterale Ernährung (z. B. Trink- oder Sondennahrung) sowie parenterale Ernährung (intravenös). Ziel ist es, den Ernährungszustand zu stabilisieren, Komplikationen vorzubeugen und den Heilungsprozess zu unterstützen.